Ihr werdet Großeltern!
Tja, so oder so ähnlich werden wir bald die freudige Nachricht überbringen müssen.
Morgen Abend gehen wir mit den Eltern meines Freundes essen und eigentlich hatten wir geplant, dass wir das irgendwie mit ins Gespräch einfließen lassen und den Mutterpass und das erste Ultrschallbildchen zeigen. Inzwischen haben wir es uns wieder anders überlegt.
Wir haben ein bisschen Angst vor der Reaktion. Ich stecke mitten im Studium und lebe fast nur auf Kosten meines Freundes und seiner Eltern. Da ist die Nachricht, dass bald ein Baby kommt erstmal nicht ganz so spannend. Vor allem weiß ich, dass die Frage nach dem Studium kommen wird. Man will mit Sicherheit wissen, wie es weitergehen soll und wie wir uns das vorgestellt haben. Im Moment weiß ich nur eins: Ab Weihnachten war’s das mit dem Studieren erstmal. Dann sind es noch 4 Wochen bis zur Geburt und da traue ich mich wahrscheinlich nicht mehr in den Hörsaal. Die Prüfungen sind alle Ende Januar und Anfang Februar. Da ist das Baby schon da und ich werde vorher keine Zeit zum Lernen und hinterher keine Zeit zum Prüfungschreiben haben. Außerdem kann ich das angestrebte erziehungswissenschaftliche Staatsexamen im März nicht ablegen. All das sind erstmal negative Dinge, mit denen ich konfrontiert werde.
Natürlich gibt es für Studierende mit Kind oder schwangere Frauen viele Möglichkeiten. Ich habe gelesen, dass ich bis zu sechs Urlaubssemester nehmen kann. So viele will ich gar nicht nutzen. Ich will ja auch mal fertig werden. Das gute ist, dass Mütter trotz Beurlaubung ein Sonderrecht haben: Sie dürfen, wenn es passt, trotzdem an Prüfungen teilnehmen. Das ist positiv und auch sonst gibt es scheinbar viele Möglichkeiten, die mir ein Weiterstudieren erlauben. Da ist die wegfallende Studiengebühr das wenigste.
Ich denke, dass ich nächste Woche zur Studienberatung, die speziell für solche Fälle gedacht ist, gehen werde. Die können mich am besten beraten. Außerdem habe ich mir eine 100seitige Infobroschüre der Uni bestellt, in der alles wichtige zum Studium mit Kind zusammengetragen ist. Das sollte mir alles helfen, meine Zukunft, bzw. die meiner Familie zu planen.
Wenn ich all diese Informationen habe, wenn ich weiß, welche Möglichkeiten ich habe und wenn ich weiß, wie es weitergehen wird, dann werden wir den Satz „ihr werdet Großeltern“ übermitteln. Dann haben wir auch Antworten auf die Frage „und wie soll es weitergehen?“. Das ganze gibt mir viel mehr Sicherheit und ich denke, wenn die zukünftigen Großeltern merken, dass wir uns informiert haben und uns Gedanken um unsere Familie und unsere Zukunft machen, dann werden sie die Botschaft viel positiver aufnehmen.