9 Wochen – mehr sollten es nicht sein
Es ist endgültig vorbei – am Mittwoch wird die Ausschabung durchgeführt und die nicht intakte Schwangerschaft beendet.
Somit endet auch das Blog mindesten 31 Wochen früher als geplant. Es hat nicht sollen sein. Vielleicht klappt es in ein, zwei Jahren. In der nächsten Zeit werden wir es nicht versuchen. Der Schmerz sitzt viel zu tief und wir müssen vernünftig denken. Das Baby war nicht geplant, hat das Studium durcheinandergeworfen. Wir hätten es geschafft, aber das ist kein Grund, die schwierige Situation erneut herauszufordern.
Wir werden Eltern werden – irgendwann.
Alles vorbei
Kein Herzschlag
Es ist auch nicht gewachsen. Der Arzt meint, es wird sehr wahrscheinlich zu einem Abbruch kommen. Es wurde nochmal Blut abgenommen um den HCG-Wert zu überprüfen und am Montag soll ich noch mal hin. Aber er sagte, ich soll mir keine großen Hoffnungen machen. Wenn es am WE zur Blutung kommen sollte, muss ich in die Frauenklinik zur Ausschabung. Wenn nicht, dann sagt er mir Montag, wie es weitergehen wird.
Ich bin am Boden, kann vor lauter Tränen die Tastatur kaum sehen. Ich habe mich so auf das Baby gefreut. Ich HASSE Freitag, den 13. Es wird der schlimmste Tag meines Lebens bleiben…
3. Monat
8+0= erster Tag der 9. Woche = erster Tag des 3.Monats. Wie die Zeit vergeht…
Juhu, ich freue mich. Die magische Grenze zum dritten Monat ist überschritten und noch 4 Wochen und ich habe die kritischen 12 Wochen überstanden.
Ich bin zuversichtlich, fühle mich super und denke, alles wird gut.
Freitag, der 13.
Den haben wir nächste Woche und genau an diesem Tag habe ich meine nächste Vorsorgeuntersuchung beim Frauenarzt. Hoffentlich ein gutes Zeichen.
Ich bin schon ganz nervös und aufgeregt. Ich bin gespannt, ob man diesmal das Herzchen schlagen sehen kann. Zeit wird’s ja langsam mal. Mein Freund kommt diesmal mit und es wäre schön, wenn wir die ersten Herzschläge unseres Würmchens gemeinsam sehen könnten.
Außerdem interessieren mich meine Blutwerte. Es ist soweit alles ok, aber das Labor hat den Toxoplasmosetest vergessen und das Ergebnis finde ich persönlich besonders wichtig. Ich muss doch wissen, ob mir meine Katzen gefährlich werden können. Zudem wird geprüft, ob sich der ß-HCG-Wert im richtigen Maße erhöht hat. Auch wichtig, denn das Hormon ist für die Aufrechterhaltung der Schwangerschaft verantwortlich.
Ansonsten geht’s mir gut. Beschwerden habe ich nicht wirklich. Das vermisste Ziehen im Unterleib ist hin und wieder mal zu spüren und die Brust ist sehr empfindlich geworden. Übelkeit oder gar Erbrechen lassen sich nicht blicken. DAS ist toll
Beschwerdefrei
Es ist ja eigentlich toll, wenn es einem gut geht.
Seit zwei Tagen spüre ich nichts mehr. Ich habe kein Ziehen mehr im Unterleib, meine Brust spannt nicht und mir ist auch nicht übel. Ich fühle mich ganz normal und absolut unschwanger.
Das ganze macht mir aber Sorgen. Ich weiß nicht, ob ich es als gutes oder schlechtes Zeichen deuten soll. Normalerweise sollten sich bei einem wachsenden Kind die Mutterbänder dehnen, was man in Form von Unterleibsschmerzen spürt. Jetzt frag ich mich, ob das Würmchen nicht wächst, weil ich nichts spüre.
Der nächste Termin beim Frauenarzt ist erst in sechs Tagen. Am liebsten würde ich heute schon hingehen, um zu wissen, ob alles in Ordnung ist. Aber ich kann ja schlecht mit der Begründung „ich bin beschwerdefrei und das macht mir Sorgen“ da hingehen.
Da hilft nur warten und hoffen, dass alles im grünen Bereich liegt…
Beurlaubung
Noch ist es zu früh, mich für irgendetwas von der Uni beurlauben zu lassen, aber es ist nie zu früh, sich zu erkundigen.
Ich bin positiv überrascht, welche Möglichkeiten sich mir bieten. Ich kann mich das nächste Semester wegen Mutterschutz beurlauben lassen. Der Vorteil dabei ist, dass ich keine Studiengebühren zahlen muss (das sind immerhin 500 Euro, die ich dabei spare) und ich habe trotzdem die Möglichkeit, an Prüfungen teilzunehmen. Das hängt dann von meiner eigenen körperlichen Verfassung ab. Ich gehe davon aus, dass ich dann direkt nach der Geburt keine Prüfungen ablegen kann, aber wenn es doch irgendwie geht, dann stellt sich mir keiner trotz Beurlaubung in den Weg. Die Semesterzahl bleibt dann aber erstmal bei 4 stehen.
Nach der Geburt habe ich dann die Möglichkeit, mich bis zu 6 Semester beurlauben zu lassen – wegen Elternzeit. Auch da fallen die Studiengebühren weg und ich kann an Prüfungen usw. teilnehmen und schon zum Examen hinarbeiten. Da ich das Examen aber erst schreiben darf, wenn ich mind. 6 Fachsemester studiert habe, muss ich irgendwann noch 2 reguläre Semester ohne Beurlaubung studieren.
Das ganze stimmt mich positiv und ich sehe dem Studieren mit Kind schon viel gelassener entgegen. Wenn dann irgendwann endlich mal die Infobroschüre ankommt, können wir mit den Eltern meines Freundes reden und ihnen von ihrem zukünftigen Enkelkind erzählen.